"Chinas Weg in die Moderne"
Jonathan D. SPENCE
Inhalt
"Chinas Weg in die Moderne" ist ein Standardwerk der Sinologie und behandelt die chinesische Geschichte zwischen der späten Ming-Dynastie und dem Übergang zum 21.Jahrhundert. Dabei legt Spence auch Wert auf detaillierte Ausführungen über die chinesische Außenpolitik und wirtschaftliche Entwicklung, und widmet sich ebenso den Fortschritten in Hongkong und Taiwan.
Kommentar
Im Gegensatz zu Jacques Gernets "Die chinesische Welt" reicht "Chinas Weg in die Moderne" wirklich bis ans Jahr 2000 heran und liefert somit recht aktuelle Informationen über den derzeitigen Status Quo in China. Dafür lässt Spence Chinas Frühgeschichte aus. Somit fehlt dem Referenzwerk natürlich ein wichtiger Teil, der am besten durch oben bereits genannten Standard-Wälzer ausgeglichen wird. Die beiden Werke ergänzen sich hervorragend – insbesondere, da Spence auf eine Zeittafel verzichtet, dafür aber ein Glossar mit wichtigen Erklärungen anbietet. Das Buch ist übersichtlich und gut verständlich und wurde mit Fotos und Karten etwas aufgepeppt. Sollte man sich zwischen dem Gernet und dieser Publikation entscheiden müssen, so kommt es erst einmal darauf an, welchen zeitlichen Schwerpunkt man bevorzugt. Spielt dieser keine Rolle, ist Spences Werk in den meisten Fällen, aufgrund seiner Aktualität und seines detaillierteren Bezugs auf Hongkong und Taiwan, vorzuziehen.
Auszug
Die Nachfolge Chiangs im Präsidentenamt trat der von ihm sorgfältig für diese Rolle vorbereitete Lee Teng-hui, ein gebürtiger Taiwaner, an, eine entscheidende Wende in der politischen Landschaft der Insel. Einen weiteren entscheidenden Schritt stellte im Jahr 1991 die Entscheidung von Taiwans Verfassungsgericht dar, dass die noch amitierenden der 1947 auf dem Festland gewählten Abgeordneten der Nationalversammlung noch im selben Jahr zurücktreten sollten. Damit konnte eine neue Generation von repräsentativen Volksvertretern in diese Institution einziehen.
Geeignet für: aktuelle und regional erweiterte Recherchen
Einschätzung: Ohne Frühgeschichte, dafür in vielerlei Hinsicht erweitert gegenüber dem Gernet

Text © Anja Schmidt für DragonViews.com (2006)
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