"Die Vergewaltigung von Nanking:
Das Massaker in der chinesischen Hauptstadt am Vorabend des Zweiten Weltkriegs"
Iris CHANG
Inhalt
Dezember 1937: Die japanische Armee erobert Nanjing (Nanking), die Hauptstadt der Republik China. In den folgenden sechs Wochen wird Nanjing zum Schauplatz "moderner Kriegsführung" – in diesem Fall heißt das systematische Vergewaltigungen, Verstümmelungen und Tötungswettbewerbe. Chang berichtet über die Gräueltaten aus japanischer, chinesischer und ausländischer Perspektive. So hielten sich in der Zeit auch zahlreiche Europäer und Amerikaner in Nanjing auf, die Zivilisten mit dem Aufbau einer Sicherheitszone vor den Kampfhandlungen schützen wollten.
Kommentar
Chang bietet einen interessanten wenngleich schockierenden Einblick in eine Zeit, die auch heute noch die
bilateralen Beziehungen zwischen China und Japan strapaziert: So gibt es immer wieder Demonstrationen auf chinesischer Seite, die die
Verharmlosung des Massakers in japanischen Schulbüchern anprangern, und in Japan erfreuen sich Comics mit heroischen Kampfdarstellungen
zunehmender Beliebtheit, die die Existenz dieses "Vorfalls" bezweifeln.
Ausgestattet mit einigen Fotos, beschreiben Changs Ausführungen in "Die Vergewaltigung von Nanking" sehr anschaulich die
Gräueltaten, die japanische Soldaten in Nanjing begangen haben oder begangen haben sollen (die Berichte beziehen sich teilweise auf
Hörensagen). Mehr als 300.000 Männer, Frauen und Kinder sind demnach vergewaltigt, verstümmelt und/oder ermordet worden. Zudem
wurden vor allem koreanische Frauen in so genannte Trosthäuser verschleppt, um vor Ort den sexuellen Drang der Soldaten zu erleichtern. Diese
oft als "öffentliche Toiletten" bezeichneten Trostfrauen sollten die internationale Kritik an den Vergewaltigungen in Nanjing
beschwichtigen, indem sie zukünftig als Alternative zu den harsch verurteilten Vergewaltigung dienen sollte (das Resultat blieb am Ende
das gleiche). Insgesamt: sehr interessant, schockierend, kaum zu glauben, und nicht wieder aus dem Gedächtnis zu verbannen.
Auszug
Mit kleinen Mädchen gingen die Japaner noch grausamer um: Sie vergewaltigten sie so brutal, dass manche von ihnen noch Wochen später nicht richtig gehen konnten. Viele mussten sich in medizinische Behandlung begeben. Manche überlebten die Vergewaltigung nicht. Chinesische Zeugen beobachteten die Japaner dabei, wie sie auf der Straße Mädchen vergewaltigten, die noch nicht einmal zehn Jahre alt war, und sie dann mit dem Schwert in zwei Teile spalteten. In manchen Fällen schnitten sie kleinen Mädchen die Vagina auf, um sie besser missbrauchen zu können.
Geeignet für: alle, die das Unglaubliche nicht glauben wollen
Einschätzung: Schockierend und mit reichlich Diskussionspotenzial

Text © Anja Schmidt für DragonViews.com (2006)
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