"China – Porträt eines Landes"
LIU Heung Shing (Ed.)
Inhalt
Der Fotojournalist und Pulitzer-Preisträger Liu Heung Shing hat in "China – Porträt eines Landes" auf über 400 Seiten Bildzeugnisse aus fast 60 Jahren Volksrepublik China zusammengestellt. Der schwimmende Mao Zedong im Jangtse, Rote Garden, Wirtschaftswachstum – Farbfotos und Schwarz-Weiß-Aufnahmen der 40er bis 2000er von 88 Fotografen sind in dem Buch enthalten. Zudem bietet "China – Porträt eines Landes" eine kurze Zusammenfassung der chinesischen Geschichte, sowie Bildlegenden mit Hintergrundinformationen. Der Band ist dreisprachig verfass (dt/en/fr).
Kommentar
"China – Porträt eines Landes" ist sicherlich
kein Leichtgewicht – weder vom Format (25cm x 36cm) noch inhaltlich. Die Fotos, die 88 Fotografen zu diesem Band beigesteuert haben,
bewegen und zeigen humorvoll amüsante (Deng Xiaoping in Badehose und mit Schlappen am Strand von Beidaihe), erschreckend tragisch
(Kinderdrill mit Bajonetten) und bezaubernd faszinierende (Hongkongs Rückgabe an China) Momentaufnahmen eines Landes, das sich
innerhalb weniger Jahrzehnte, komplett gewandelt zu haben scheint. Frisch aus der Druckerpresse sind Bilder von 1943 bis 2008 enthalten. Die
Fotos, egal ob nun im Kleinformat oder auf Doppelseiten, wurden mit informativen Bildlegenden ausgestattet, die auch auf kulturelle
Hintergründe verweisen. Die Geschichte Chinas (1949 bis heute) wird knapp anhand eines einleitenden Textes und einer Chronologie im Anhang
erläutert.
Auch eine kurze Historie der Fotografie in China und der Rezeption chinesischer Fotos ist
enthalten. Schade ist jedoch, dass das verwendete Papier nicht ideal zu einem Bildband von diesem Ausmaß passt. Weder das grobe,
ungebleichte Druckpapier, noch das festere Fotopapier lassen die Bilder erstrahlen. Alles wirkt insgesamt sehr matt und stumpf, viele
Fotos verlieren so etwas von ihrer Magie und Ausdrucksstärke. Dennoch ist "China – Porträt eines Landes"
ein absolutes Muss für jeden wahren Chinafan und jeden, der sich beruflich mit China beschäftigt. Vor allem die seltenen Aufnahmen
der 40er - 70er Jahre (z.B. Jiang Qing, Maos Ehefrau und Mitglied der "Viererbande" vor Gericht) und die aufschlussreichen
Bildlegenden überzeugen. Um "China – Porträt eines Landes" in allen Aspekten zuordnen zu können, ist jedoch
eine gewisse Grundkenntnis der chinesischen Geschichte und Kultur nötig, da im Buch nicht alles im Detail erklärt werden kann.
Geeignet für: historisch interessierte Chinafans
Einschätzung: Faszinierende Bilderwelten aus sechs Jahrzehnten Kulturnation

Text © Anja Schmidt für DragonViews.com (2008)
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