Wei Hui – Pop-Poetin oder Skandalluder

Wei Hui gehört zur jungen Schriftstellergeneration Chinas. Oft als Popliteratin verschrien schreibt sie vor allem über Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Das Leben in der Großstadt ist für sie geprägt von Einsamkeit, Beziehungslosigkeit und der Suche nach sich selbst. Sie kritisiert diesen Zustand jedoch nicht -sie zelebriert ihn. Durch ihre sehr direkte Sprache wird ihr Schreibstil oft als obszön kritisiert. Im Vergleich zu Mian Mian pflegt sie sich inhaltlich jedoch in einem gehobenen Umfeld zu bewegen, so dass ihre Charaktere meist Intellektuelle und Künstler sind. Auch Expats spielen immer wieder eine große Rolle. Wei Huis Werke haben meist autobiografische Züge und bewerben so das Image, das sich die Autorin selbst zugedacht hat. Ähnlichkeiten mit Tagebuch-Literatur sind somit durchaus gewollt. Wei Hui hat, wie ihre Kollegin Mian Mian, mit der Zensur in China zu kämpfen. Dies wird im Westen gerne zu Werbezwecken ausgenutzt; ihre Bücher werden als «Untergrundromane» angepriesen.

Wei Hui wurde 1973 in Ningbo (Zhejiang) geboren. Sie studierte Chinesische Sprache und Literatur an der Fudan University in Shanghai. Sie hat u.a. als Moderatorin, Journalistin und freie Autorin gearbeitet. 2000 veröffentlichte sie ihren ersten Roman “Shanghai Baby”, der umgehend von den chinesischen Behörden vom Markt genommen und verboten wurde. Der Verlag, der das Buch in China veröffentlicht hatte wurde geschlossen und Restexemplare öffentlich verbrannt. Ihr zweiter Roman “Marrying Buddha” wurde 2005 nur in seiner zensierten Version für den Markt zugelassen. Bai Ling soll als Coco in der Verfilmung von “Shanghai Baby” überzeugen.

Infos
Beruf: Schriftstellerin
Chinesischer Name: ZHOU Wei Hui å‘¨å «æ…§
geboren: 1973
Geburtsort: Ningbo, China

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