Mao Zedong – Revolutionsgott und Kultikone

Mao Zedong wird 1893 in Shaoshan (Provinz Hunan) geboren. Seine Eltern sind vergleichsweise wohlhabende Bauern, sodass er eine gute Ausbildung erhält. 1908 wird er im Alter von 14 Jahren mit der vier Jahre älteren “Frau Luo” verheiratet, die jedoch bereits 1910 verstirbt. Ab 1919 arbeitet er als Grundschullehrer in Changsha. Bereits seit seiner Studienzeit hatte er sich politische engagiert und wird 1921 Gründungsmitglied der Kommunistischen Partei Chinas. Er heiratet seine zweite Frau, Yang Kaihui und wird zum Parteisekretär der Provinz Hunan gewählt.

Ein Bündnis zwischen der KPCh und dem politischen Gegner, der Guomindang, scheitert. Mao organisiert daraufhin 1927 einen Bauernaufstand, der kläglich scheitert. Er und seine Gefolgsmänner fliehen in die Berge und bauen eine eigene Armee auf. In den Jahren darauf folgt ein Guerillakrieg mit der Guomindang. Mao muss seine Basis in den Bergen 1934 aufgeben und zieht mit 100.000 Soldaten, auf dem sogenannten Langen Marsch, nach Norden. In Yan’an (Shaanxi) errichtet er eine neue Basis.

1931, nachdem seine zweite Frau ein Jahr zuvor hingerichtet worden war, ehelicht er He Zizhen, die er nach dem Langen Marsch jedoch zur Erholung in die Sowjetunion schickt. Da hat Mao jedoch bereits ein Auge auf die Schauspielerin Jiang Qing geworfen, die unter Parteigenossen höchst umstritten ist. 1937 heiratet Mao Zedong zum vierten Mal. Seine neue Frau Jiang Qing (“Madame Mao”) sollte später als einer der Hauptverantwortlichen der Kulturrevolution der Prozess gemacht werden.

1943 wird Mao Vorsitzender des Zentralkomitees der KPCh. Nach dem Sieg über die Guomindang 1949 wird er zudem zum Vorsitzenden des Revolutionären Militärrates gewählt. Damit wird er offiziell zum Führer der KPCh und ruft am 1. Oktober 1949 auf dem Tiananmen (Platz des himmlischen Friedens) die Gründung der Volksrepublik Chinas aus. In den folgenden Jahren verfolgt Mao eine Politik, die ihn zum unumstrittenen “Großen Vorsitzenden” macht. Mao Zedongs Kampagnen dienen vor allem der Verbreitung seiner Ideologien und der Machterhaltung (z.B. Hundert-Blumen-Bewegung, Kulturrevolution). Sie enden unrühmlich in politischen Desastern. Am 9. September 1976 stirb der “Große Steuermann”. Bis zu seinem Ende soll er klaren Verstandes gewesen sein und selbst am Sterbebett noch Befehle erteilt haben. Heute ist sein Konterfei noch immer in Übergröße am Eingang zur Verbotenen Stadt in Peking zu bewundern -gegenüber dem Tiananmen, wo Maos Leichnam in einer Gedenkhalle aufgebahrt ist und fast täglich nicht enden wollende Touristenströme fasziniert…

Auch wenn Maos Nachlass inzwischen von Hochglanzmagazinen und westlichen Fastfoodketten verdrängt wird, so ist der Revolutionsführer stets allgegenwärtig: Auf Märkten finden sich alle Arten von Memorabilien: Von der Mao-Bibel, über Feuerzeuge, die beim Öffnen revolutionäre Klänge von sich geben, bis hin zu Propaganda Postern – alles findet stehts seine dankbaren Abnehmer. Auch in der Kunst spielt Mao Zedong eine immer größere Rolle. Bildhauer und Maler nutzen sein Antlitz als Symbol – nicht immer im positiven Sinne – und kommen so zu Geld und internationalem Ruhm. Und während überall noch Spuren der Kulturrevolution zu finden sind, treffen sich immer öfter Gruppen, die gemeinsam in Parks zu revolutionärem Liedgut anstimmen – ganz nach dem Motto: Es gab auch viel Gutes – damals… Mao ist eben noch lange nicht tot.

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