Die chinesischen Tierkreiszeichen: Einführung I

Es gibt wohl kaum jemanden, der es nicht wenigstens einmal in seinem Leben getan hat: sein Horoskop gelesen. Von oft zweifelhaftem Ruf, sind diese “Wegweiser” des Lebens fast überall präsent. Und auch wenn man nicht an die Aussagekraft von Horoskopen glaubt, kommt es immer wieder vor, dass die Voraussagen tatsächlich zutreffen, Charaktereigenschaften perfekt beschrieben zu sein scheinen. Alles Humbug? Alles Zufall?
Auch in der chinesischen Kultur ist der Glaube an die Astrologie tief verwurzelt. Und wie in der westlichen Welt, ist diese in China durch zwölf Tierkreiszeichen vertreten: Ratte, Ochse, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein. Doch im Gegensatz zur westlichen Astrologie, beziehen sich diese Tierkreiszeichen nicht nur auf Monate, sondern auch auf Jahre und Tageszeiten.

Der genaue Ursprung dieser Tradition ist nicht bekannt. Eine Legende besagt, dass Buddha (ca. 563-486 v. Chr.) alle Tiere zu sich einlud, aber nur zwölf erschienen. Diesen Zwölf gewährte Buddha dann, in der Reihenfolge, in der sie bei ihm eintrafen, einen Platz als Tierkreiszeichen. Andere Erzählungen besagen, dass schon der Gelbe Kaiser (ca. 2637 v. Chr.) dieses System gekannt habe.

Während früher das chinesische Horoskop vornehmlich dabei half, den passenden Tag für eine Zeremonie, den richtigen Monat für einen Dammbau oder das geeignete Jahr für eine Schlacht zu bestimmen, berät es heutzutage vor allem bei Heiratsvorbereitungen, Geburten und Geschäftseröffnungen. Auch in der bildenden Kunst und Literatur sind die Tierkreiszeichen als traditionelle Symbole oft zu finden.

Das komplexe System, bestehend aus dem Tierkreiszeichen, das mit einem der “Fünf Elemente” (Wasser, Holz, Feuer, Metall, Erde) und dem “Yin-Yang-Aspekt” kombiniert wird, erlaubt eine (fast) einzigartige Individualität in der Bestimmung von Charaktereigenschaften.

Grundsätzlich gilt: Jeder Mensch hat drei Tierkreiszeichen. Das erste, bestimmt durch das Geburtsjahr, definiert wie sich der Mensch nach außen hin gibt. Das zweite, ersichtlich durch den (lunaren) Monat der Geburt, beschreibt die Beziehungen, die der Mensch eingeht. Die Geburtszeit gibt schließlich Hinweise auf den wahren, verborgenen, Charakter eines jeden.

Die sich daraus ergebenen Tiere werden, in Rotation, jeweils von einem der Fünf Elemente beeinflusst, die ihrerseits gewisse positive und negative Eigenschaften aufweisen. Diese kommen dann im Charakter eines Menschen zum Tragen. So gibt es dann z.B. Feuerpferde oder Erddrachen. Die Kombinationsmöglichkeiten von Tierkreiszeichen und Elementen beschreiben einen 60er-Zyklus, der seinerseits jeweils zur Hälfte unter dem Einfluss von Yin oder Yang steht.

In der chinesischen Philosophie geht man davon aus, dass das Universum von zwei gegensätzlichen Kräften kontrolliert wird: Yin und Yang. Beide Kräfte gehen ineinander über und beinhalten gleichzeitig einen Teil des anderen. Dies wird besonders anschaulich im Yin & Yang Symbol. Yin steht hierbei u.a. für das Weibliche, Kälte und den Süden. Yang hingegen steht u.a. für das Männliche, Hitze und den Norden. Idealerweise sind beide Kräfte ausbalanciert. Eine Unausgewogenheit heißt nie etwas Gutes und resultiert u.a. in Krankheiten -soweit die Theorie.

Berücksichtigt man nun also Tierkreiszeichen, Elemente und Yin & Yang, so ergeben sich 8640 Kombinationsmöglichkeiten, die spezifische Voraussagen ermöglichen sollen. Der perfekte Heiratskandidat scheint damit greifbar nahe, und auch Geschäftspartner können so genau unter die Lupe genommen werden.

In der Praxis können die Tierkreiszeichen also folgende Aussagen machen:

Jahreszeichen:
Allgemeine Aussagen über den Verlauf des Jahres und über den augenscheinlichen Charakter eines Menschen. So steht z.B. das Jahr des Drachen für Wohlstand und ist besonders geeignet für Geschäftseröffnungen. Da ein Jahreszeichen alle zwölf Jahre wiederkehrt, ist das eigene Tierkreiszeichen von besonderer Bedeutung. Dieses so genannte “Schicksalsjahr” kann entscheidend für das weitere Leben sein, und somit ist in diesem Jahr besondere Vorsicht geboten.

Monatszeichen:
Kompatibilität mit anderen Zeichen. Kennt man dieses “innere Tierkreiszeichen” von anderen Menschen, können Aussagen über Familienbande, Freundschaften und Liebesbeziehungen gemacht werden. Jedes Monatszeichen verfügt über zwei “gute Freunde” und einen “Feind”.

Stundenzeichen:
Spiegeln das “wahre Ich” wider, das nicht nach außen hin gezeigt wird.

 

Auch interessant:

  1. Die chinesischen Tierkreiszeichen: Ochse
  2. Die chinesischen Tierkreiszeichen: Tiger

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>