
Godzilla, Kurosawa und Anime -das ist für viele das japanische Kino. “Japanese Cinema” zeigt, dass es in Nippon jedoch weit mehr zu entdecken gibt. Nicht nur Klassiker aus den 50er und 60er Jahren und die Nouvelle Vague charakterisieren das japanische Kino. Auch Komödien, Musicals, Liebesgeschichten, Gangster- und Samuraifilme, sowie bekannte Monsterstreifen und Anime zeigen, wie vielfältig, aber dennoch markant das japanische Kino ist. “Japanese Cinema” rollt die Filmgeschichte noch einmal auf, erläutert wichtige Strömungen und gibt eine Übersicht über bedeutende Filme und deren Macher.
Dass die Welt immer kleiner wird, merkt man u.a. daran, dass man im Gegensatz zu noch vor ein paar Jahren, inzwischen überall auf japanische Filme stößt. Die

Heidi & Doraemon - Kultfiguren der japanische Animewelt
Fangemeinde wächst. Nicht nur Kurosawa, Kitano und Miyazaki sind ein Begriff. Provokante oder besonders emotionale japanische Filme spalten regelmäßig die Kritikerwelt auf Filmfestivals. Das japanische Kino ist längst kein Exot mehr und dennoch gibt es noch so viel zu entdecken. “Japanese Cinema” zeigt einen Überblick über die Filmgeschichte Nippons, beschränkt sich dabei allerdings zumeist auf bekannte Gesichter, Werke und das klassische Kino. Auf Fernsehen, Serien oder die Pink- und Trash-Fraktion wird nicht eingegangen. Inkonsequenterweise gibt es jedoch beim Thema Anime auch Verweise auf Serien wie Heidi, Doraemon und Pokemon. Der Rest dieses Kapitels beschränkt sich überwiegend recht einseitig auf wenige große Hits im Westen wie “Chihiros Reise ins Zauberland”, “Ghost in the Shell”, “Akira” und einige Klassiker. Und so verhält es sich leider zu oft in “Japanese Cinema”: Kreative regionale Impulse (z.B. aus Osaka), aktuelle Hits und Nischensparten werden zu Gunsten der großen Macher ignoriert. Schade. Dennoch bietet die

Godzilla
Zusammenstellung in “Japanese Cinema” eine schöne Einführung in das japanische Kino mit vielem, was man darüber wissen sollte. Man erfährt jede Menge über die Entwicklung der Filmindustrie, die großen Studios, Propagandastreifen und eben die großen Regisseure wie z.B. Ozo und Miike. Stets werden zu Filmen Jahreszahlen und Originaltitel genannt und die Bildlegenden zu den Fotos sind recht aufschlussreich. Die Qualität der Bilder ist selbst bei solchen aus den 90ern nicht unbedingt brillant -da hätte man für einen besseren Look oft auch ein kleineres Format wählen oder die Bilder digital optimieren können. Informationen zu den meisten Darstellern sucht man hier leider vergeblich. “Japanese Cinema” umfasst also eher ein Basiswissen im Bereich “anerkanntes” Kino, das sich zumindest im Blickwinkel der Kritik befindet -nicht jedoch alles, was der Liebhaber zudem schätzt. Dennoch eine gelungene, informative Zusammenstellung mit viel Wissenswertem.
Geeignet für: erste Lektionen in puncto Filmkunde
Einschätzung: Klassiker, Macher, aber keine aktuellen Trends
Rating: 



Autor/in: Stuart GALBRAITH IV & Paul DUNCAN (Hg.)
© Quelle
Verlag: Taschen
Ausgabe: Hardcover
Jahr: 2009
ISBN: 978 3 8228 3157 1
Infos zum Buch
Titel: Japanese Cinema
Autor/in: Stuart Galbraith IV & Paul Duncan (Hg.)
Genre: Sachbuch / Kino
Thema: Japan / Film
Kategorie: Buchkritik / Japan