"Samaria"
KIM Ki-duk
Inhalt
Die beiden Schülerinnen Yeo-jin und Jae-young sind beste Freundinnen. Um sich einen Trip nach Europa zu finanzieren, prostituiert sich Jae-young und Yeo-jin steht vor den Hotels Schmiere – wenn auch angeekelt, mit schlechtem Gewissen, und nicht ohne Jae-young ständig darum zu bitten, endlich aufzuhören. Aber Jae-young gefällt sich in der Rolle als "heilige Hure" – bis sie eines Tages von der Polizei umzingelt in den Tod springt. Yeo-jin fühlt sich schuldig und beginnt zu sühnen, indem sie die Männer aus Jae-youngs Liste "abarbeitet" und ihnen ihr Geld wiedergibt. Doch als Yeo-jins Vater, der seine Tochter vergöttert, von ihrem Treiben erfährt, bahnt sich eine Katastrophe an…
Kommentar
Gesellschaftlich "korrektes" und asoziales Verhalten vermischen sich im jüngsten Film des koreanischen Meisterregisseurs Kim Ki-duk. Gespickt mit vielen katholischen Symbolen, befasst sich Kim mit einem Thema, das im Westen bisher eher als "japanisches Problem" angesehen wurde: der Prostitution unter Schülerinnen, die nicht aus Not, sondern aus Lust am ungehemmten Konsum ihren Körper verkaufen. Aber das ist nur der Hintergrund, vor dem sich die Darsteller tummeln und Fragen über Ehre und Moral aufwerfen. Allerdings sind einige Symbole, so wie die Dreiteilung des Films in die Kapitel Vasumitra, Samaria und Sonata, nicht gleich jedem Zuschauer verständlich. Daher empfiehlt sich das Anschauen des Extra-Materials auf der DVD, das u.a. die Pressekonferenz der Berlinale 2005 beinhaltet. Dort erfährt man dann, dass der Film in nur 13 Tagen abgedreht wurde und nur 400.000 USD gekostet hat – also genau richtig für den «Low Budget Guerilla Stil» von Kim Ki-duk. Interessant ist auch, dass Jungschauspielerin Kwak Ji-min beim Spielen der Rolle der Yeo-jin so einige Probleme hatte – was man auch gut im Making Of sehen kann.
Geeignet für: gesellschaftskritische Filmsfans mit Doppelleben
Einschätzung: Schöne Szenen – grausame Schicksale

Text © Anja Schmidt für DragonViews.com (2008)
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