"Nowhere to Hide"
LEE Myung-see
Inhalt
Detektive Woo und Detektive Kim sind ein eingespieltes Team: Während Woo den bösen, unberechenbaren Bullen spielt, übernimmt Kim die Rolle des korrekten, einfühlsamen Polizisten. Doch ein Mord rüttelt die beiden aus ihrem Alltag auf. Insbesondere Woo kommt ins Grübeln, ob sein ausgeprägter Hang zur Gewalt eventuell Konsequenzen haben könnte. Als Woo und Kim dem Täter dicht auf den Fersen sind, wird Kim zu aller Übel auch noch angeschossen…
Kommentar
"Nowhere to Hide" ist ganz sicher kein typischer Actionstreifen. Lee Myung-see spielt immer
wieder mit Farbe und Geschwindigkeit, sodass es zu Comic ähnlichen Effekten kommt. Ohne Zweifel hat Lee hier einen künstlerischen
Ansatz, dessen Höhepunkt ein Schattenkampf in Schwarz-Weiß ist. Die Hindergrundmusik ist dabei dem modernen Theater entliehen. Und
genau dieses sich stets wiederholende Geklimper strapaziert dann auch arg die Geduld des Zuschauers.
Dabei ist die Grundumsetzung der ziemlich unoriginellen Geschichte jedoch gut gelungen. Insbesondere Woo, dessen Hobbys (!) Beschatten und mit
der Gaspistole herumballern sind, überzeugt: Brutal verhört er Verdächtige und hat dann wiederum romantische und
familiäre Anwandlungen – ein typischer Fall von harte Schale, weicher Kern.
Auch die Kampfszenen, die oft und ausgiebig vom Regisseur zelebriert werden, sind bestechend gut. Lediglich das Ausmaß an
künstlerischem Enthusiasmus wird den einen oder anderen Zuschauer aufstöhnen lassen.
Geeignet für: Harte Kerle mit einer Vorliebe für Experimentelles
Einschätzung: Batman trifft Folkwang

Text © Anja Schmidt für DragonViews.com (2006)
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