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KIM Ki-duk

Inhalt

Die junge Prostituierte Jin-ah bezieht ein Zimmer im Birdcage Inn, wo sie bei Kost und Logis ihrer Arbeit nachgehen kann. Die Familie, der das Etablissement gehört, hat unterschiedliche Meinungen über die neue Bewohnerin. Während Vater und Sohn den Job der hübschen Jin-ah durchaus zu schätzen wissen, lässt Tochter Hye-mi ihrer Verachtung für Jin-ah freien Lauf. Egal wie sehr sich Jin-ah um die Freundschaft von Hye-mi bemüht, sie erfährt nur Zurückweisung. Und ausgerechnet Hye-mis Freund taucht eines Nachts als Freier bei Jin-ah auf. Es kommt zum Streit zwischen den beiden Frauen. Als dann auch noch durch Hye-mis naiven Bruder Nacktfotos von Jin-ah in einem Schmuddelmagazin landen und ihr ehemaliger Zuhälter Geld von ihr verlangt, trifft Jin-ah eine fatale Entscheidung…

FilmbilderKommentar

Der umschrittene koreanische Regisseur Kim Ki-duk ist bekannt dafür, dass er sich gerne einmal den dunklen Seiten der Gesellschaft widmet. So auch geschehen in "Birdcage Inn". Unaufdringlich beobachtet der Film das Leben der Prostituierten Jin-ah und schildert sachlich, aber auch sehr einfühlsam den Zwiespalt zwischen Klischee und Realität, den die junge Frau leben muss, sowie die Reaktionen der Umwelt, denen sie sich stellen muss. Insbesondere Hye-mi, die einerseits von Jin-ahs Job profitiert, sie aber gleichzeitig scharf verurteilt, spiegelt kritisch gesellschaftliche Konventionen. Sicherlich nicht so brutal wie in anderen Filmen, aber keinesfalls zimperlich inszenierte Kim Ki-duk mit "Birdcage Inn" Jin-ahs Alltag am Rande der Gesellschaft und setzt dabei weniger auf große Worte, als auf symbolträchtige Bilder. Auch wenn der Film nicht ganz so eindrucksvoll ist wie einige seiner späteren Produktionen, ist Kim Ki-duk mit "Birdcage Inn" dennoch ein empfindsames Drama gelungen, das zum Nachdenken anregt.

Geeignet für: grüblerische Nachmittage

Einschätzung: Von harter Arbeit und Schmarotzern

3 Sterne

Text © Anja Schmidt für DragonViews.com (2008)