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KIM Ki-duk

Inhalt

Die 21-jährige Studentin Seon-hwa wartet auf einer Bank auf ihren Freund, als sich ein Mann neben sie setzt und sie unverhohlen anstarrt. Dieser Typ ist Seon-hwa unheimlich, und sie wartet in einiger Entfernung darauf, dass ihr Freund auftaucht. Plötzlich stürmt der Fremde auf sie zu und küsst sie. Umringt von einer Menschentraube und einem Trupp von Soldaten soll sich der Fremde entschuldigen und wird dann noch von Seon-hwa bespuckt. Der Gedemütigte entpuppt sich bald als Zuhälter Han-gi, der sich für diese Erniedrigung bei Seon-hwa revanchiert, indem er sie durch einen Trick zur Prostituierten macht. Fasziniert von ihrer Reinheit und Unschuld, beobachtet Han-gi die Studentin bei ihrer neuen Arbeit und treibt sie an den Rand des gesellschaftlich Akzeptierten.

FilmbilderKommentar

Wortkarg und mit intensivem Augenkontakt verkörpert Jo Jae-hyeon ("Crocodile" ) den Zuhälter so beängstigend gut, dass selbst die Kollegin Seo Won (Seon-hwa) zunächst den Kontakt zu ihm scheute – das verrät Seo Won im Interview, das ebenfalls auf der DVD zu finden ist. Und so ist es kein Wunder, dass auch der Zuschauer von der Obsession, die Han-gi gegenüber Seon-hwa entwickelt, gefesselt wird. Doch selbst wenn Han-gi zunächst als absoluter Bad Guy gilt, verschiebt Kim Ki-duk wieder einmal die Grenzen von Gut und Böse, und man muss erkennen, dass Schurken auch nur Menschen sind. Überzeugend gespielt und mit einfachsten Mitteln gedreht, zelebriert Kim hier die Liebe zum Voyeurismus und zum Obsessivem, ohne dabei gängigen Klischees zu verfallen, und garniert das Ganze mit einem "Happy End", bei dem sich einem die Nackenhaare sträuben.

Geeignet für: alle, die es satt haben, ihre alternden Nachbarn beim Blumengießen auf dem Balkon zu beobachten

Einschätzung: Kim Ki-duk Rules!!!

4 Sterne

Text © Anja Schmidt für DragonViews.com (2006)