"Tokyo Fist"
TSUKAMOTO Shinya
Inhalt
Tsuda ist ein gewöhnlicher Salaryman und verkauft tagtäglich Versicherungen. Zusammen mit seiner Frau Hizuru lebt er angepasst an die japanische Gesellschaft in einem Plattenbau. Doch diese trübe Idylle wird jäh zerstört als Tsudas ehemaliger Schulfreund Kojima in ihrem Leben auftaucht. Kojima ist Profiboxer und besessen von Tsuda. Er stellt Hizuru nach und provoziert Tsuda. Der sieht keine andere Möglichkeit, als selbst Boxen zu lernen. Nach und nach geraten die drei in einen Strudel von Gewalt, der ihnen auf seltsame Weise Spaß zu machen scheint…
Kommentar
Was aus braven Durchschnittstypen wird, die aus den Zwängen der Gesellschaft ausbrechen und Erfüllung im Kampf
suchen, weiß der Filmfan spätestens seit "Fight Club". Doch Tsukamoto Shinya
("Vital"), der hier selbst in den Ring steigt, spannt den Bogen noch etwas weiter. Getrieben von einer
kaum definierbaren Sehnsucht ist vor allem die selbständige Hizuru fasziniert von Schmerz und Gewalt. Sie fügt sich selbst Wunden zu und
stachelt den Konkurrenzkampf der beiden Männer an. Doch während Tsuda und Kojima traumatisiert duch ein Ereignis in der Schulzeit in
ihrer eigenen Welt kämpfen, gibt sich Hizuru ganz ihren Fantasien hin.
"Tokyo Fist" ist einer dieser Filme, die man zunächst mit geringen Erwartungen anschaltet und dann einfach nicht mehr
ausschalten kann. Unglaublich, was für eine Wirkung man mit ein bisschen Kameragerüttel und Bambam erreichen kann. Zwar gibt es
vergleichsweise wenige Kampfszenen, doch die ausführlichen Trainingssequenzen sind energiegeladener als so manch echter Boxkampf. Und: Wenn
gekämpft wird dann so, dass das Blut in Strömen fließt. Doch literweise Kunstblut zu vergießen, macht einen Film
nicht unbedingt besser – Splatter-Fans werden es jedoch lieben.
Geeignet für: intensive Charakterstudien
Einschätzung: Knallhart und seltsam faszinierend

Text © Anja Schmidt für DragonViews.com (2007)
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