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OKAMOTO Kihachi

Inhalt

Japan 1860: Der Samurai Tsukue Ryunosuke ist das schwarze Schaf der Familie. Gerade von seiner Fechtschule geflogen, tötet er gegen die strikte Anweisung seines Vaters in einem eigentlich friedlichen Duell seinen Gegner Bunnojo – nachdem er es in der Nacht zuvor noch mit dessen Frau getrieben hat. Fortan ausgestoßen aus seiner Heimat, verdingt er sich als Auftragsmörder und verfällt im Laufe der Jahre mehr und mehr sowohl dem Blutrausch als auch dem Wahnsinn.

FilmbilderKommentar

Beim ersten Betrachten mag so mancher seine Schwierigkeiten mit "Sword of Doom" haben. Der Plot ist fragmentarisch, viele Hintergrundinformationen fehlen vollkommen, es gibt mehrere abrupte Zeitsprünge – und dann endet der Film auch noch mitten in einem blutigen Kampf, ohne dass die diversen Handlungsfäden zu einem Abschluss gebracht würden. Letzteres lässt sich dadurch erklären, dass Okamoto eigentlich eine Fortsetzung geplant hatte, die nie realisiert wurde. Der Stoff von "Dai-bosatsu toge" hat in Japan zudem eine lange sowohl literarische als auch filmische Tradition, sodass davon auszugehen ist, dass das japanische Publikum in den 60ern wohl keine größeren Verständnisprobleme gehabt haben dürfte. Das hilft dem westlichen Betrachter natürlich erst einmal nicht weiter, doch auch ohne alle Hintergründe zu verstehen, lässt sich der Film durchaus genießen. Dies liegt zum einen an den perfekt ausgewogenen Bildkompositionen Okamotos, in denen noch das brutalste Gemetzel einfach nur konzentrierte Eleganz ausstrahlt. Zum anderen ist der Charakter des Antihelden Ryunosukes in seiner Rätselhaftigkeit höchst faszinierend. Er bedient sich des Kampfstils der «Lautlosigkeit», sein Blick ist dabei leer, fast entrückt. Seine Motivation ist unklar. Was treibt ihn zu seinen Bluttaten? Frustration oder eine höhere Macht? Dies bleibt, wie so vieles andere, bis zum Schluss offen. Und das ist letztlich auch gut so. Filme, die dem Zuschauer sämtliche Schlussfolgerungen plakativ aufdrängen, gibt es schließlich schon mehr als genug.

Geeignet für: mehrmaliges, konzentriertes Anschauen

Einschätzung: Kommt langsam, aber dann richtig!

3 1/2 Sterne

Text © Anne Herskind für DragonViews.com (2006)