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KUROSAWA Akira

Inhalt

Der Ichimonji-Clan steht vor einer Wende: Sein Oberhaupt Hidetora will sich zur Ruhe setzen, und seine drei Söhne sollen ihn beerben. Doch der jüngste Spross, Saburo, warnt vor schlimmen Konsequenzen, und auch ein Traum des alten Clanführers prophezeit den Untergang der Familie. Doch Hidetora will sich allerdings weder von seinen Vorahnungen, noch von seinem Lieblingssohn belehren lassen und verbannt Saburo. Kurz darauf übernimmt der älteste Sohn Taro das Zepter , und Hidetora erhofft sich bei ihm einen ruhigen Lebensabend. Doch der Alte hat die Rechnung ohne Taros Frau Kaede gemacht, die sich an dem ehemaligen Kriegsherren für den Tod ihrer Eltern rächen will und sich nichts sehnlicher wünscht als ihm gleiches mit gleichem zu vergelten. Es kommt wie es kommen muss: Hidetora wird verstoßen…

FilmbilderKommentar

Kurosawas Kriegs- und Clanepos ist ein traditionell handgefertigtes Massengemetzel mit Anspruch: Die Adaption von Shakespears "König Lear" verpflanzt das Bühnenspektakel zwar in einen anderen Kulturraum, bleibt in seiner Umsetzung jedoch bewährten Theatertechniken treu. So untermalt Kurosawa dramatische Szenen mit Musik im Kabuki-Stil und auch das ausgeprägte Mienenspiel Hidetoras erinnert stark an ein Bühnenstück. Der tiefgründige Narr Kyoami kommentiert das Geschehen mit dem Blick fürs Wesentliche – beinahe so, als sei er der omnipräsente Erzähler eines klassischen Dramas (O-Ton Kyoami: «Selig sind die geistig Armen!» – so wahr!). Ausgiebige Panoramaszenen drosseln das Tempo nach opulenten Kämpfen und richten den Blick des Zuschauers langsam wieder auf das tragische Gebaren der Hauptdarsteller. Kurosawa weiß, wie er den Spagat zwischen Bühne und Film gekonnt in Szene setzt.

Geeignet für: Liebhaber handgemachter Kriegsepen

Einschätzung: Ästhetisch inszenierter Delux-Klassiker!

4 Sterne

Text © Anja Schmidt für DragonViews.com (2006)