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NAKASHIMA Tetsuya

Inhalt

Mit 53 Jahren wird Matsuko in einem öffentlichen Park ermordet. Ihr Bruder, der den Kontakt zu ihr vor Jahren abgebrochen hat, beauftragt seinen Sohn Sho, Matsukos Wohnung zu entrümpeln. Dort erfährt Sho allerhand über das turbulente Leben der unbekannten Tante. Mit 23 war sie noch eine angesehen Lehrerin, dann folgten der Abstieg zur Prostituierten, Männer, die sie misshandelten, ein Mord und schließlich die Verwandlung zur «verhassten Matsuko», einem griesgrämigen Messie. Doch Sho findet in all dem etwas sehr Sympathisches und Vertrautes: Schließlich hat sich Matsuko ihr Leben lang nur nach Liebe gesehnt…

FilmbilderKommentar

Kitschig, überdreht, knallbunt und im Grunde genommen ziemlich traurig – das ist "Memories Of Matsuko". Schon in ihrer Kindheit spielt Matsuko immer nur die zweite Geige und das setzt sich ihr ganzes Leben weiter fort. Konsequenz: Die Gute sehnt sich so sehr nach Liebe und Aufmerksamkeit, dass sie so ziemlich alles erträgt, um einen "liebenden" Mann an ihrer Seite zu wissen. Doch obwohl die Erinnerungen der Matsuko ziemlich dramatisch und alles andere als witzig sind, macht Nakashima Tetsuya mit einer wilden Mischung irgendwo zwischen "Alice In Wonderland" und "Lady Vengeance" einen kultigen Unterhaltungsstreifen daraus. Und dazu hat Nakashima wie ein kleiner Junge, der mit Farbe spielt, ordentlich in die visuellen Farbeimer gegriffen. Dazu kommen einige MTV-Style-Videoclips, Leute, die auf ungewöhnliche Weise sterben und einige herrlich schräge Charaktere. Die Gegensätze zwischen ernsthaften Drama und knallbunter Scheinwelt sind wunderbar in einander verwoben und setzen die Darsteller, die hier in Hochform gespielt haben, perfekt in Szene. Einziger Schwachpunkt des Film: Die unnötige Dauerdudelei von Michael Bublés "Feeling Good". Weiterer Schwachpunkt der vorliegenden DVD-Version sind die deutschen Untertitel: Die Übersetzer könnten eine Nachhilfestunde Englisch gebrauchen, da sie die englischen Songs im Film (eingebaute Videoclips) teils völlig falsch übersetzt haben (Wednesday=Donnerstag?, Trouble=Unruhe?). Trotzdem gucken und nicht vergessen: «Die Zukunft ist stockfinster»!

Geeignet für: eine cineastische Reise ins Alptraum-Wunderland

Einschätzung: Pop Art Movie mit Gefühl

4 Sterne

Text © Anja Schmidt für DragonViews.com (2008)