"Lady Snowblood 2: Lovesong Of Vengeance"
FUJITA Toshiya
Inhalt
Nach einer langen Flucht ergibt sich die vielfache Mörderin Shurayuki ihren Häschern. Doch auf dem Weg zur Vollstreckung ihres Todesurteils wird sie befreit und soll dafür ein geheimes Dokument beschaffen, das sich in den Händen des Links-Radikalen Ransui befindet. Doch der einstige Racheengel Shurayuki wechselt die Seiten und übernimmt den Schutz des politischen Aktivisten. Inzwischen schmieden ihre Gegner gefährliche Pläne, um das Dokument dennoch zu vernichten. Shurayuki besinnt sich jedoch auf ihre alte Stärke…
Kommentar
Lady Snowblood is back! Doch leider hat Shurayuki, die im ersten Teil des japanischen Klassikers noch beseelt von
Rache ihre Gegner ohne wenn und aber niedermetzelte, ihren Biss verloren. Obwohl sie hier und da zum Kämpfen gezwungen wird und sich daraus
einige ganz ansehnliche Schwertkämpfe entwickeln, bleibt die Fortsetzung ein ganzes Stück hinter seinem Vorgänger zurück.
Shurayuki wirkt zu weich, teilweise sogar ein wenig naiv. Auch ihre Motive sind anfangs wenig nachvollziehbar. Gleich zwei Männer können
in diesem Teil ihre Sympathie gewinnen und sie kämpft eher für Gerechtigkeit als ihren inneren Frieden oder Rache. Martial-Arts-Fans
kommen teilweise auf ihre Kosten: Blut spritzt zwar einiges, aber manche Kämpfe wirken genauso ausgelaugt, wie die Heldin, die inmitten einer
Schar Gegner ihr Schwert niederlegt und sich ergibt. Auch die subtile Anspielung auf den ersten Teil (Shurayuki landet genau in dem Gefängnis,
in dem sie zur Welt gekommen ist) überzeugt nicht wirklich. Insgesamt ist der Plot eher vorhersehbar – die Charaktere berechenbar.
Dennoch ist "Lady Snowblood 2 – Lovesong of Vengeance" ein solide gemachter Klassiker mit dem Charme einer japanischen
Heldin, die ihren Weg allein in einer Männerwelt geht und mit ihren Gegnern kurzen Prozess macht…
Anmerkung: Die vorliegende Version gibt es lediglich in japanischer Originalsprache mit deutschen Untertiteln.
Geeignet für: melancholische Revival-Abende
Einschätzung: Schwächelnde Fortsetzung eines Kult-Klassikers

Text © Anja Schmidt für DragonViews.com (2006)
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