"The Guys From Paradise"
MIIKE Takashi
Inhalt
Der erfolgreiche Geschäftsmann Kohei wird in Manila als angeblicher Drogenschmuggler verhaftet und in das berüchtigte Gefängnis "Paradise" verfrachtet. Seine Unschuld interessiert niemanden – weder die Justizbeamten, noch seine Firma oder gar seine eigene Ehefrau stehen hinter ihm. Und im Gefängnis herrschen raue Sitten. Japaner sind nicht gern sehen und das tägliche Überleben hängt am seidenen Faden. Da bekommt Kohei ein verführerisches Angebot von einem Gangsterboss: Er soll ihm helfen, seine Geschäfte von dort aus zu leiten. Kohei nimmt die Chance schließlich war und gerät dabei in noch größere Gefahr.
Kommentar
Was Miike Takashi einst vielleicht als Thriller angedacht hatte, entwickelt sich langsam und bedächtig eher als unausgefeilte Charakterstudie mit einigen Actioneinlagen. "The Guys from Paradise" spiegelt einen philippinischen Knastalltag wieder, der unbequem und leicht schräg, aber nicht unbedingt "höllisch" ist. Trotz beständig solider Inszenierung mit guten Darstellern bleibt der Film hinter anderen Produktionen ("Audition", "Dead or Alive") des Erfolgsregisseurs zurück. Die Charaktere der Figuren sind nicht ausgeprägt genug, teils gar etwas farblos. Die Story und vor allem der Knastalltag sind nicht drastisch genug ausgelegt, um wirklich effektvoll die Actionsequenzen und kleinen satirischen Momente so in Szene zu setzen, dass sie Höchstspannung liefern. Zudem sind die in dieser Version nicht auszuschaltenden japanischen Untertitel, die hin und wieder die Originalsprachversion ergänzen, ein lästiges Ärgernis. Unterhaltend ist der Film dennoch. Insbesondere das Zusammenspiel der fünf japanischen Knastbrüder gibt hier und da Anlass zum Schmunzeln. Und auch das Ende ist gewohnt überraschend und spannend.
Geeignet für: alternative Kollegenabende
Einschätzung: Weder Hölle noch Paradies

Text © Anja Schmidt für DragonViews.com (2007)
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