"Blood & Bones"
SAI Yoichi
Inhalt
Der Koreaner Kim Shun-pei wandert mit seiner Familie nach Japan aus. In Osaka treibt er seinen Geiz und seine Gier nach Macht und Geld bis zur Perfektion. Das ganze koreanische Viertel hat unter seiner Tyrannei zu leiden. Denn der fauststarke Shun-pei brüllt, prügelt und vergewaltigt je nach Lust und Laune – und alle schauen verängstigt zu. Vor allem seine junge Frau und seine beiden Kinder Hanako und Masao haben unter seiner Brutalität zu leiden. Egal ob Frau oder Arbeiter, er behandelt alle wie seine persönlichen Sklaven. Dabei ist er als Geschäftsmann sehr erfolgreich und hortet als Fabrikbesitzer und Kredithai Geld, das er vor seiner Familie versteckt. Selbst ein unehelicher Sohn und seine Geliebten können ihn nicht ändern. Aber irgendwann wird auch ein Tyrann gebrechlich – und das ist nicht immer angenehm…
Kommentar
Nein, "Blood & Bones" ist kein Film von Kitano Takeshi, sondern ein Film mit ihm. Genau genommen
mit seinem Alter-Ego "Beat" Takeshi. Die Regie dieser Literaturverfilmung hat Sai Yoichi übernommen, so dass Beat Takeshi
erfahren musste, dass selbst ein bekannter Name ihn vor der Kritik des Regisseurs nicht schützen konnte. Und die Kooperation hat wunderbar
funktioniert. Beat Takeshi mimt den furchterregenden Shun-pei, der an Brutalität und Gefühlskälte kaum zu übertreffen ist. Und
obwohl im Film immer wieder einmal ein Funken Menschlichkeit in ihm aufzukeimen scheint, wird dieses Bild gleich darauf rigoros wieder
zerstört. Auch der Rest der Familie Kim wurde fabelhaft portraitiert. Der Zuschauer hat jedoch nicht unbedingt das Gefühl, dass es sich
hierbei um koreanische Auswanderer handelt, sondern um eine ziemlich verkorkste japanische Familie. Trotzdem: Die einzelnen Charaktere sind auf den
Punkt gespielt, lassen im Zuschauer Mitgefühl oder Abscheu aufkommen. Bewegend in jeder Hinsicht.
Die 2-Disc Special Edition bietet ein schön geschnittenes Interview-Feature, einen "Behind the Scenes"-Bericht, ein
ausführliches Making-of und Ausschnitte der Premieren in Japan und Korea.
Geeignet für: alle, die Japaner eh nicht von Koreanern unterscheiden können
Einschätzung: "Beat" Takeshi – im wahrsten Sinne des Wortes

Text © Anja Schmidt für DragonViews.com (2007)
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