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Siddharth ANAND

Inhalt

Aufgrund von Budgetkürzungen soll das Filmprojekt der jungen englischen Journalistin Sue dem Rotstift zum Opfer fallen. Doch Sue ist nicht bereit, ihre jahrelangen Bemühungen, einen Film über die indische Unabhängigkeitsbewegung zu drehen, einfach so aufzugeben: Sie reist auf eigene Kosten nach Indien und macht dort die Bekanntschaft von vier Studenten, die sich so gar nicht mit Sues Projekt identifizieren können. Wer braucht schon Ideale in einer Welt voller Korruption und nationaler Animositäten? Carpe Diem! Das Projekt der Engländerin – ein Witz. Doch Sue kann die vier Freunde sowie deren politisch radikalen Widersacher davon überzeugen, in ihrem Film als Darsteller mitzuwirken – aus Feinden werden Freunde. Und durch den Tod eines Kameraden werden sie plötzlich zu überzeugten Revolutionären und planen einen Mordanschlag im Namen der Gerechtigkeit – allmählich werden sie zu den Personen, die sie im Film verkörpern…

FilmbilderKommentar

Monströs auf 160 Minuten aufgebläht, liefert "Rang de Basanti" zwar einige interessante Fakten zur indischen Geschichte und wirklich spannende letzte 40 Minuten, aber dies entschädigt kaum für die ersten zwei Stunden, in denen der Zuschauer gelangweilt einer Gruppe feiernder College-VIPs zusehen muss. Wer will hier wen auf den Arm nehmen? Das fragen sich anfangs nicht nur die Charaktere des Films, sondern spätestens nach einer halben Stunde auch die Zuschauer.
Desillusionierte Wohlstands-Kids übernehmen die Rolle indischer Widerstandskämpfer – zuerst in einer Doku, dann im wahren Leben – die Idee von "Rang de Basanti" ist gar nicht einmal schlecht. Lediglich die Umsetzung lässt sehr zu wünschen übrig: Zunächst rebellieren Halbstarke (origineller Weise) gegen die indischen Autoritäten, die ihnen ihre lautstarken Parties vermiesen wollen. Dann opfert (selbstverständlich) genau einer dieser Ordnungshüter (ein politisch radikaler Inder) sein Leben für einen der Studenten (einen Pakistani). Und zum Leid des Zuschauers gibt es schließlich noch Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm, den die Gruppe dreht. Die erinnern groteskerweise mehr an eine Chaplin-Persiflage, als an eine ernst gemeinte Geschichtsdoku. Erst als die vier Freunde ihre Transformation zu Widerständlern vollzogen haben und aktiv werden, kommt der Film in Fahrt. Spannungsgeladene Action und wilde Schießereien können in den letzten Minuten tatsächlich überzeugen. Doch bis es soweit ist, braucht der Zuschauer einen sehr langen Atem.

Geeignet für: Boxenluder mit Familiensinn

Einschätzung: Lebenslust und Lebensfrust

3 Sterne

Text © Anja Schmidt für DragonViews.com (2008)