Cover

Subhash GHAI

Inhalt

Mit nur zehn Dollar in der Tasche ging Kishorilal vor 35 Jahren in die USA und wurde dort zu einem erfolgreichen Geschäftsmann. Doch die Liebe zu seinem Heimatland ist immer noch stark und nun wünscht er sich für seinen durch und durch amerikanisierten Sohn Rajiv eine indische Frau. Und Kishorilal wird auch schnell fündig: Die schöne Ganga ist im richtigen Alter und gut erzogen. Doch Kishorilal hat Bedenken, dass sein Sohn die traditionelle Inderin ablehnen wird. Flugs wird Ziehsohn Arjun eingespannt, um die beiden zueinander zu führen. Aber Ganga ist gar nicht glücklich über die rohen Sitten des Indo-Amerikaners Rajiv und sucht immer wieder die Nähe von Arjun – eine beinahe fatale Entwicklung…

FilmbilderKommentar

Shahrukh Khan wie man ihn liebt: als tatkräftiger Sympathieträger, unglücklich verliebt, hin und her gerissen zwischen Liebe und Familie. Das allein macht "Pardes" bereits zu einem sehenswerten Bollywoodstreifen – doch abgesehen vom klassischen Herzschmerz, dem Konflikt zwischen Vater und Sohn, der Wahrung der Familienehre und dem allseits beliebten Buddythema, kommt in "Pardes" noch eine weitere Komponente hinzu: Entfremdung von der eigenen Kultur. Auch Indien kämpft mit einer jungen Generation, die amerikanische Werte über die eigene Kultur stellt und die eigenen Traditionen vernachlässigt. Nicht so Arjun (Shahrukh Khan). Der sehnt sich fleißig nach seiner Heimat und dient als Vermittler der Kulturen. Und jedes Mal wenn das Lied "Ye duniya ik dulhan" ertönt, möchte der Zuschauer zumindest den Refrain lautstark mitsingen («I love my India»). Der Film bezaubert vor allem mit ausgiebigen Landschaftsaufnahmen. Da fällt das Fehlen der sonst üblichen glamourösen Massentanzszenen kaum auf. Lediglich eine Prise raffinierter Humor fehlt "Pardes". Modern, romantisch, wunderschön kitschig.

Geeignet für: dunkle und kühle Zeiten

Einschätzung: Eine Ode an Indien

4 Sterne

Text © Anja Schmidt für DragonViews.com (2007)