"House Of Flying Daggers"
ZHANG Yimou
Inhalt
Die politischen Zustände der Tang-Ära werden im neunten Jahrhundert immer chaotischer – Rebellengruppen schließen sich zusammen. Die blinde Kurtisane Mei wird von der Polizei verdächtigt, ein Mitglied einer dieser Gruppen, des House Of Flying Daggers, zu sein – einem Zusammenschluss von regierungsfeindlichen Kampfkünstlern. Um die Identität des Bandenkopfes zu enthüllen, erschleicht sich der junge Hauptmann Jin das Vertrauen von Mei. Doch was als inszenierter Flirt beginnt, wird für Mei und Jin bald Ernst. Jin zweifelt an den Methoden seiner Vorgesetzten – immer beobachtet von seinem Freund Leo, der seinerseits ganz andere Motive für die Hetzjagd auf Mei hat…
Kommentar
Der Name bezaubert: "House Of Flying Daggers" – das klingt nach turbulenten Kampfszenen,
imposanten Kostümen und einem Meisterregisseur, der sich selbst übertrifft. Nun ja, soweit die Theorie. In der Praxis sieht das
Ganze leider etwas anders aus: eine lahmende Dreierromanze, die sich von Kampf zu Kampf schleppt, und schlecht überarbeite
Computeranimationen sind hier eher die Regel als die Ausnahme. Soldaten schlängeln sich von Bäumen und springen von Bambus zu Bambus
wie Affen – alles gut und schön, aber es sollte nicht so aussehen, als ob die Schauspieler von etwas anderem gehalten werden, als
ihren eigenen Beinen. Und: Zu viele Nahaufnahmen schreien beinahe danach, als schlecht eingebundene Computeranimation enttarnt
zu werden…
Die Farbspielereien, die in "Hero" noch gut in Szene gesetzt wurden, werden hier schamlos bis zur Effekthascherei ausgebeutet,
und man merkt: Hier wollte jemand unbedingt einen Blockbuster erschaffen. Doch mit einer Zhang Ziyi, die einerseits als emanzipierte
Blinde gegen die Regierungsschurken kämpft, dann jedoch immer wieder von Soldaten überrannt wird und im wirklich letzten Augenblick,
mit flehendem Blick in die Kamera, von ihrem Helden immer und immer wieder gerettet wird, wird das nichts. Auch eine Starbesetzung und
teilweise gut inszenierte Kampfszenen können diesen Film nicht vor der Mittelmäßigkeit retten. Und hat man sich dann mehr
oder weniger mühsam durch den Film gekämpft, fragt man sich: Was war denn das?
Geeignet für: Koffeinsüchtige mit Vorliebe für "künstlerisch wertvolle" Kampfszenen
Einschätzung: Zhang Yimou im Land der Unzulänglichkeiten – geschlampt, getrickst, gewunden

Text © Anja Schmidt für DragonViews.com (2006)
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